FDP/DVP ist die Baden-Württemberg-Partei

Die baden-württembergische FDP/DVP feierte bei einem Festakt das 50jährige Jubiläum des Landes Baden-Württemberg. Der stellvertretende FDP/DVP-Landesvorsitzende und Karlsruher Bürgermeister, Ullrich Eidenmüller, konnte über 800 Gäste in der Alten Reithalle im Stuttgarter Hotel Maritim begrüßen, die aufmerksam die Reden von Staatsminister a.D., Karl Moersch, von dem FDP/DVP-Landesvorsitzenden Walter Döring und dem FDP-Ehrenvorsitzenden Otto Graf Lambsdorff verfolgten.

Karl Moersch, der zusammen mit Peter Hoelzel ein Buch zum Landesjubiläum veröffentlicht hat, schilderte eindrucksvoll und sehr lebendig die ersten Gespräche über die Gründung des Südweststaates. Er wusste von Anekdoten über Reinhold Maier und Theodor Heuss zu berichten, die bisher niemand so oder so ähnlich geschildert hat. Er sprach von den Überlegungen zu Beginn der Weimarer Republik aus Baden und Württemberg ein Land zu machen und von den Hindernissen, die schon damals in den Weg gelegt wurden.
Der FDP-Landesvorsitzende und Wirtschaftsminister Walter Döring rief anlässlich des Landesjubiläums von Baden-Württemberg zur Einigkeit auf. «Eigenbrötlereien und Eigenwilligkeiten im Verbands- und Vereinswesen sind dem Anschein nach immer noch ein Baden-Württemberg-Problem», sagte Döring bei dem Festakt der FDP, der feierlich von Solisten aus der Opernklasse der Musikschule Karlsruhe und dem Ariosa-Quartett umrahmt wurde. Um den eigenen Posten zu sichern, würden Funktionäre noch heute den Bindestrich im Landesnamen als Trennungsstrich missbrauchen.
«Man kämpft, offiziell im Namen Badens, aber die angeblich badischen Interessen sind auf wundersame Weise oft deckungsgleich mit persönlichen Interessen», konstatierte der FDP-Politiker. Der Südwesten büße Einfluss ein, wenn sich zum Beispiel Wirtschaftsverbände auf Bundesebene mit einem württembergischen, südbadischen und nordbadischen Vertreter zu Wort meldeten. «Leider existiert in vielen Köpfen eine Grenze zwischen Badenern und Württembergern».
Darüber hinaus würden sich laut Meinungsumfragen die meisten Einwohner im Südwesten in erster Linie mit ihrer Region identifizieren und sich etwa als Kurpfälzer, Hohenloher oder Oberschwaben beschreiben.
Döring würdigte die Rolle des früheren FDP-Ministerpräsidenten Reinhold Maier (1889-1971). «Die Vereinigung der drei südwestdeutschen Länder war alles andere als einfach oder gar selbstverständlich. Es bedurfte eines starken Willens, den Reinhold Maier zweifelsohne hatte».
Die Liberalen bekräftigten an diesem Tag ihren Anspruch als die Baden-Württemberg-Partei. „Ohne die Liberalen hätte es dieses wunderschöne Bundesland nicht gegeben“, so Döring.
Der Gastredner und FDP-Ehrenvorsitzende Otto Graf Lambsdorff lobte den Südwesten als «Musterländle» für Wirtschaft, Technologie und Wissenschaft. «Es ist, so weiß ein jeder, das Land, in dem Wohlstand, gutes Essen und guter Wein gedeihen.»
Lambsdorff kritisierte den heute praktizierten Föderalismus in Deutschland. «Er basiert nicht auf eigenständigen und exklusiven Kompetenzen und Hoheitsrechten der Länder.» Der frühere Bundesvorsitzende der Liberalen plädierte für eine klarere Aufgabenteilung zwischen Bund und Ländern. Dazu gehöre auch eine gewisse Steuerhoheit der einzelnen Bundesländer. „Nur so wird Politik wieder berechen- und erlebbar.“, sagte Lamsdorff.