07.03.2020 – Mit Klaus Kinkel ist am 04.03.2019 eine der herausragendsten Persönlichkeiten des Südwest-Liberalismus von uns gegangen. Die FDP Baden-Württemberg hat den ersten Jahrestag seines Todes am heutigen Samstag zum Anlass genommen, mit rund achtzig geladenen Gästen auf der Burg Hohenzollern, wo Klaus Kinkel im nahen Hechingen einst seine Kindheit verbracht hat, in großer Dankbarkeit des früheren FDP-Vorsitzenden, Bundesministers und Vizekanzlers zu gedenken.

Der Landesvorsitzende der FDP Baden-Württemberg und stv. Fraktionsvorsitzende der FDP Bundestagsfraktion, Michael Theurer MdB, würdigte Klaus Kinkel als großen Liberalen und großen Baden-Württemberger: „Ich bin froh und dankbar für alles, was ich von Klaus Kinkel mit auf den Weg bekommen habe.“ „Klaus Kinkel hat sich immer für Chancengerechtigkeit eingesetzt. Ihm waren die Menschen besonders wichtig, die auf der Schattenseite des Lebens stehen“, so Theurer in seiner Rede. Jeder Mensch brauche eine faire Chance. „Klaus Kinkel stand für den Rahmen, der durch rechtsstaatliche Institutionen dafür sorgt, dass Gerechtigkeit durchgesetzt wird. Hierfür hat er sich auch auf internationaler Ebene eingesetzt – etwa mit der Schaffung des internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag.” „Wenn ich die Bilder von der griechisch-türkischen Grenze sehe, wünsche ich mir einen wie Klaus Kinkel zurück, der in unermüdlicher Pendeldiplomatie im Einsatz wäre um auf die Einhaltung des Rechts zu pochen und gleichzeitig auch einen humanitären Korridor zu ermöglichen“, so Theurer weiter. Darüber hinaus betonte Theurer Kinkels Verdienste um die ökologische Markwirtschaft, die während Klaus Kinkels Zeit als Bundesvorsitzender in das Programm der FDP aufgenommen wurde. „Die noch engere Verzahnung von Ökologie und Ökonomie ist entscheidend, um Klimaschutz ohne den Verlust von Wohlstand und Arbeitsplätzen zu erreichen“, so Theurer hierzu. „Wir sind Klaus Kinkel außerordentlich dankbar für alles, was er für uns getan hat und werden sein Gedenken aufrechterhalten.“

Als Gastredner durfte die FDP Baden-Württemberg den Ministerpräsidenten des Landes Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann, auf der Burg Hohenzollern begrüßen. Kretschmann würdigte Klaus Kinkel als Schwaben, der sich auf den Weg in die weite Welt gemacht hat und kongenialen Berater an der Seite Hans-Dietrich Genschers. Kinkel sei ein Hochkaräter gewesen, der Deutschland an den Schlüsselstellen geprägt und für Stabilität in instabilen Zeiten gesorgt habe. Vor solchen Menschen habe er unglaublichen Respekt, so Kretschmann. Winfried Kretschmann dankte in seiner Rede auch dem ebenfalls anwesenden Fraktionsvorsitzenden der FDP/DVP-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg, Dr. Hans-Ulrich Rülke MdL, für dessen klare Kante gegen Rechtspopulisten. Für Baden-Württemberg stehe die Brandmauer gegen Rechts, so Kretschmann. Auch Klaus Kinkel sei ein Demokrat vom Scheitel bis zur Sohle gewesen, der Weitblick bei der Verteidigung des Rechtsstaats bewiesen habe. Kretschmann schloss mit den Worten: „Klaus Kinkel war ein Großer, auch weil er die Größe hatte, sich nicht groß zu machen.“

Weitere Gäste waren u.a. Klaus Kinkels Witwe Ursula Kinkel, seine beiden Enkel, enge Freunde und Wegbegleiter, darunter der ehemalige FDP-Vorsitzende Wolfgang Gerhardt, die stv. FDP-Vorsitzende Nicola Beer MdEP, die baden-württembergischen FDP-Bundestagsabgeordneten Pascal Kober, Dr. Jens Brandenburg, Dr. Christian Jung, Alexander Kulitz, Renata Alt und Benjamin Strasser sowie Dr. Hans-Ulrich Rülke MdL, Dirk Niebel, Ernst Burgbacher, Corinna Werwigk-Hertneck, Valentin Abel und der Bürgermeister von Hechingen, Philip Hahn sowie Klaus Tappeser, Regierungspräsident des Regierungsbezirks Tübingen.

Als weiterer Redner sprach der ehemalige Bürgermeister von Karlsruhe und ehemalige stv. Landesvorsitzende der FDP Baden-Württemberg, Ullrich Eidenmüller, der über die Zeit Klaus Kinkels als Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Karlsruhe berichtete sowie Pascal Kober MdB. Kober unterstrich in seinem Schlusswort neben persönlichen Erinnerungen an Klaus Kinkel u.a. das Pflichtbewusstsein, das immer mit Klaus Kinkel verbunden bleiben wird. Klaus Kinkel habe nicht sich selbst ernst genommen, sondern immer seine Aufgaben. Außerdem dankte Kober Winfried Kretschmann für dessen Worte. In Zeiten, in denen die Demokratie von Innen unter Druck gerät, sei es umso wichtiger, dass die demokratischen Parteien sich auf ihre gemeinsamen Werte besinnen.