FDP Baden-Württemberg fasst Beschluss zur Schulpolitik

(Stuttgart) Bei seiner Klausurtagung an diesem Wochenende in Stuttgart hat der Landesvorstand der FDP Baden-Württemberg auf Antrag der Landes-vorsitzenden folgenden einstimmigen Beschluss zur Schulpolitik gefasst:

?Eine Stärkung der frühkindlichen Bildung ist für die FDP/DVP Baden-Württemberg ein zentrales Anliegen. Hier wird die Basis für alle weiteren bildungspolitischen Schritte gelegt. Diese Basis muss gestärkt werden. Wir wollen dafür Sorge tragen, dass alle Kinder beim Übergang in die Grundschule schulreif sind. Dazu haben wir in der Koalition geeignete Maßnahmen wie Sprachstandsdiagnosetest, die im Jahr 2008 eingeführt werden, u.a. vereinbart. Die FDP ist der Motor bei der Umsetzung dieser Vorhaben.

Für die FDP/DVP Baden-Württemberg ist die beste individuelle Förderung jeder einzelnen Schülerin und jedes einzelnen Schülers im Zentrum der Anstrengungen zur Verbesserung des Bildungswesens in Baden-Württemberg. Je individueller die Förderung innerhalb der Schullaufbahn angelegt ist, desto erfolgreicher ist jede einzelne Schülerin und jeder einzelne Schüler beim Abschluss. Welche Förderung aber notwendig ist, kann keine von oben verordnende Kultusbürokratie entscheiden. Dies kann und soll nach dem Willen der FDP/DVP vor Ort entschieden werden.

Die FDP/DVP Baden-Württemberg hat eine Arbeitsgruppe Hauptschule eingesetzt, die Vorschläge für eine ?Qualitätsoffensive Hauptschule? noch in diesem Herbst vorlegen wird. In diesem Zusammenhang wird die Strukturdebatte zur Bildungspolitik fortgesetzt. Hauptschulen sind für uns ein elementarer Bestandteil eines Schulangebotes, das mehr Chancen durch individuellere Wege bietet. Wir wollen die Hauptschulen stärken und klar machen, dass sie wertvolle Arbeit leisten. Ideologisch geprägte Struktur-debatten, die die Hauptschulen kaputt machen wollen, sind keine Lösung für die Probleme der Hauptschule. In der sehr unsachlich und sehr pauschal geführten Debatte um die Hauptschulen will die FDP weder das Kind mit dem Bade ausschütten, wie es diejenigen tun, die Haupt- und Realschulen grundsätzlich zusammenlegen wollen, noch starr an den bisherigen Strukturen festhalten.

Wir wollen für eine starke Durchlässigkeit des Schulsystems in Baden-Württemberg sorgen. Dafür brauchen wir nicht nur andere Rahmenbedingungen durch das Kultusministerium, sondern vor allem eine Sensibilisierung von Schülern, Lehrern und Eltern vor Ort für den gemeinsamen Schulerfolg.

Die Bildungspolitik muss sich endlich von dem Gedanken der 1970er Jahre trennen, mit zentralistisch geführten Strukturdebatten die Probleme im Schulwesen lösen zu wollen. Mehr Verantwortung, mehr Eigenständigkeit und mehr Freiheit im Bildungswesen vor Ort muss das Motto der Bildungs-politik von morgen lauten, für das die FDP schon seit Jahren kämpft.

Deshalb bekräftigt der Landesvorstand der FDP/DVP Baden-Württemberg den Beschluss des bildungspolitischen Landesparteitages vom 18. Juni 2005 ?Für eine moderne Bildungspolitik in Baden-Württemberg ? Freier, eigenständiger flexibler?, der durch die Aufnahme in das Landtagswahlprogramm erneuert wurde und damit die gültige Beschlusslage ist. Der Landesvorstand steht ausdrücklich zu der Passage, in der es heißt: ?Ebenso wie der Einstieg in die Grundschule nicht starr organisiert sein darf, muss auch der Übergang in weiterführende Schulen flexibel möglich sein. Die Grundschulempfehlung unter Einschluss der Mitwirkungsmöglichkeit der Eltern darf dabei keine endgültige Weichenstellung sein. Die FDP / DVP ist offen für regionale Schul-projekte, die flexiblere Übergangszeitpunkte in weiterführende Schulen zum Gegenstand haben. Darüber hinaus sind längere Grundschulzeiten für alle Schüler oder integrative Formen im weiterführenden Schulwesen zuzulassen, wo sie vom Schulträger, den Lehrern und den Eltern gewollt werden.??