Ernst Pfister fordert 300 Plätze für freiwilliges kulturelles Jahr

(Stuttgart) Der Vorsitzende der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Ernst Pfister, und der Kulturbeauftragte der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Friedrich-Wilhelm Kiel, fordern die Landesregierung auf, junge Menschen gezielt auf die Möglichkeit eines freiwilligen kulturellen Jahres aufmerksam zu machen. ?Es gibt das Freiwillige Soziale Jahr (fsj), an dem im vergangenen Jahr in Baden-Württemberg rund 3000 Jugendliche teilgenommen haben?, sagte Pfister; doch wenig bekannt sei, dass seit Mitte des Jahres 2002 der Einsatzbereich des fsj auf kulturelle Einrichtungen erweitert wurde.

Damit ist ein Engagement von jungen Menschen in Musikinitiativen, Bibliotheken oder Museen möglich geworden. ?Wir sind es der von der allgemeinen Finanznot betroffenen Kulturszene im Land schuldig, junge Menschen zur Mitarbeit bei kulturellen Projekten zu gewinnen?, sagte Pfister.

In dem von Friedrich-Wilhelm Kiel initiierten und geleiteten „Runden Tisch der Kunst“ bekunden die Vertreter von kulturellen Institutionen des Landes ihr großes Interesse, in den Kreis der FSJ-Trägerorganisation aufgenommen zu werden.
Kiel: „Das zuständige Sozialministerium sollte auch die Kulturinstitutionen über die gesetzlichen Vorschriften für ein Engagement von Jugendlichen in kulturellen Einrichtungen gezielt informieren.“

Ernst Pfister forderte die Landesregierung weiter auf, von den über 3000 Plätzen, die von am Gemeinwohl orientierten Einrichtungen wie beispielsweise der Arbeiterwohlfahrt oder dem Rehabilitationszentrum Südwest für das fsj zur Verfügung gestellt werden, „zehn Prozent für Tätigkeiten in kulturellen Einrichtungen bereit zu halten.“

Info:
Am fsj teilnehmen können junge Männer und Frauen nach Abschluss der so ge-nannten Vollzeitschulpflicht (in der Regel ab 16) im Alter bis zu 27 Jahren. Aufgrund des geänderten Bundesgesetzes wurde die Dauer des Freiwilligen Sozialen Jahrs flexibilisiert und das Mindestalter herabgesetzt. Ein fsj kann nun für eine Dauer von sechs bis maximal 18 Monaten geleistet werden. Die Regelzeit beträgt zwölf Monate. Haupt- und Realschüler können direkt nach ihrem Schulabschluss an einem fsj teilnehmen. Neu ist außerdem, dass anerkannte Kriegsdienstverweigerer das fjs als Alternative zum Zivildienst wählen können.