Döring: ?Kompromiss bedroht Forschungsstandort?

(Stuttgart) Zu den verheerenden Auswirkungen des Kompromisses zur Gesundheitsreform auf den Forschungsstandort Deutschland erklärt der stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende und baden-württembergische Wirtschaftsminister Walter Döring:

?Der Kompromiss zur Gesundheitsreform wird dem medizinischen Forschungsstandort Deutschland enorm schaden. Belastungen in Höhe von 2 bis 2,5 Mrd. Euro durch Zwangsrabatte und durch Regelungen für rezeptfreie Medikamente belasten die Pharmaunternehmen noch zusätzlich in einem ohnehin schon überregulierten und starren Gesundheitssystem. Die geplanten dirigistischen Maßnahmen werfen den Forschungsstandort Deutschland weiter zurück.

Denn bereits jetzt hat sich die zunehmende Reglementierung des Arzneimittelmarktes negativ auf die Standortentscheidungen international tätiger Pharmakonzerne ausgewirkt. Deutschland war 1997 – zu Zeiten der CDU/FDP-Bundesregierung – noch der Forschungsstandort Nr. 1 der Pharmaindustrie in Europa. Unter der Regierung Schröder ist Deutschland auf Rang 3 hinter Frankreich und Großbritannien und weltweit auf Rang 5 zurückgefallen.

Die großen Pharmaunternehmen verlegen ihre Forschungszentren ins Ausland. Diese Entwicklung kostet nicht nur viele Menschen den Arbeitsplatz sondern schwächt den Wissenschafts- und Forschungsstandort Deutschland. Der Bundeswirtschaftsminister und die Bundesbildungs-ministerin müssten bei diesem faulen Gesundheitskompromiss zu Lasten des Forschungsstandorts Deutschland laut aufschreien. Aber sie schweigen wie so oft.

Diesem Kompromiss wird die FDP weder im Bundestag noch im Bundesrat zustimmen. Wir wollen mehr Eigenverantwortung, mehr Transparenz, mehr Wettbewerb und mehr Freiheit im Gesundheitssystem.“