Döring: ?Gewerkschaften sollen sich endlich am Reformprozess zu Gunsten der Arbeitslosen beteiligen!?

(München) Der stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende und baden-württembergische Wirtschaftsminister, Walter Döring, erklärte am Rande der Handwerksmesse in München zur ablehnenden Reaktion der Gewerkschaften auf die von Bundeskanzler Gerhard Schröder bisher nur angekündigten Reformen:

?Die Gewerkschaften betätigen schon mal wieder vorzeitig die Bremse und verweigern sich jeder Reformdiskussion. Anstatt sich für diejenigen einzusetzen, die vor den Toren der Betriebe stehen und in Arbeit wollen, setzen sie weiter auf ihre Klientelpolitik für die Arbeitsplatzbesitzer. Wer sich einem flexibleren Kündigungsschutz in den kleinen Betrieben verweigert, der macht deutlich, dass es ihm nicht um die Schaffung von mehr Arbeitsplätzen geht, sondern lediglich um die starre Verteidigung ureigenster Interessen. Es wird Zeit, dass sich die Gewerkschaften aktiv am nötigen Reformprozess zu Gunsten von 4,7 Millionen Arbeitslosen beteiligen. Sonst wird es demnächst in den Betrieben einen flächendeckenden Widerstand gegen die Gewerkschaften geben und sie werden bald ohne betriebliche Unterstützung da stehen. Runter von der Bremse, rauf auf?s Gaspedal, lautet die Forderung der FDP an die Gewerkschaften.

Der Vorwurf, diejenigen, die sich für Reformen einsetzen, betreiben Sozialabbau, ist ein gewerkschaftliches Ammenmärchen. Es macht deutlich, dass in den Gewerkschaftszentralen die Zeichen der Zeit immer noch nicht erkannt wurden. Denn das soziale Klima in einem Land wird nicht durch die Vielzahl und die Höhe der sozialen Leistungen bestimmt, sondern durch die Anzahl von Arbeitsplätzen.?