Bullinger: Biosphärengebiet wird Musterbeispiel in Europa werden

In einer Landtagsdebatte mit dem Titel ?Biosphärengebiet Schwäbische Alb mit besserer personeller Ausstattung schneller voranbringen? sagte der stellvertretende Vorsitzende der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Friedrich Bullinger, unter anderem:

?Ich bin froh, dass wir heute hier im Plenum das für unser Land wichtige Thema Biosphärengebiet Schwäbische Alb besprechen. Ich erwarte einen aktuellen Sachstandsbericht des zuständigen Ministers und vor allem auch aktuelle Auskünfte für die vom Ministerium angekündigten Aktivitäten, beispielsweise

– zum Stand der Unesco-Anerkennung, die von der Landesregierung für das erste Halbjahr 2008 datiert wurde – in vier Wochen ist das erste Halbjahr 2008 vorbei;
– zum Stand der Erweiterung vom Plenum Reutlingen auf die Gemeinden der Landkreise Esslingen und den Alb-Donau-Kreis;
– zum Stand der Vorbereitungen für eine mögliche Stiftung und deren Finanzierung;
– zum aktuellen Stand des Verwaltungs- und Informationszentrums im alten Lager in Münsingen und
– ob die für das erste Halbjahr 2008 angekündigten weiteren Stellen aufgestockt wurden?

Baden-Württemberg ist ein dicht besiedeltes Industrie-, Dienstleistungs-, und Tourismusland, wir können uns daher nicht mit dünn besiedelten Ländern wie Mecklenburg-Vorpommern oder Niedersachsen vergleichen. Trotzdem steht es uns gut an, endlich ein Biosphärenge-biet zu bekommen. Nicht zuletzt aufgrund der aufgegebenen Militärstandorte und des Trup-penübungsplatzes Münsingen.

Ich zitiere eine Erklärung des Nabu: ‚Einer der Arbeitsschwerpunkte der vergangenen Jahre war für den Nabu die Einrichtung des ersten Großschutzgebietes in Baden-Württemberg. Nachdem wir jahrelang darauf hingearbeitet haben, ist nun endlich das Biosphärengebiet Schwäbische Alb entstanden. Das ist ein riesiger Erfolg für den Nabu und für das gesamte Land. Inzwischen wurde die Verordnung über das Biosphärengebiet erlassen (März 2008), die Anerkennung durch die Unesco steht noch aus.“

Soweit das Zitat. Es ist ein Erfolg des gesamten Landes, ein Erfolg aller daran beteiligten Gebietskörperschaften und auch ein Erfolg der Landesregierung und der sie tragenden Regierungsfraktionen. Biosphärengebiet bedeutet nicht Urwald. Es muss im Sinne eines gegenseitigen Profitierens gestaltet werden, also im Zusammenwirken von Natur, Menschen, Landschaft, Unternehmen. Ein Biosphärengebiet kann sich weiterentwickeln, es muss keine so genannte Käseglocke sein.

Ein solches Biosphärengebiet war ein lang gehegter Wunsch unseres leider viel zu früh verstorbenen Kollegen und wunderbaren Menschen Dr. Horst Glück. Auch der frühere umweltpolitische Sprecher der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Prof. Ernst Waldemar Bauer, forderte schon in den 80er Jahren ein derartiges Gebiet. An dieser Stelle möchte ich auch nicht ver-säumen zu sagen, dass der derzeitige parlamentarische Berater der Grünen, Dr. Rösler, ein Miterfinder dieses nun entstehenden Biosphärengebietes Schwäbische Alb ist. Es geht um die Sache. Daher auch unabhängig von den politischen Farben ein herzliches Dankeschön für die geleistete wissenschaftliche Arbeit.
Bei einem Vor-Ort-Besuch mit meinen FDP-Kollegen Hagen Kluck und Dieter Ehret konnten wir uns davon überzeugen, dass es richtig ist, das Landesgestüt Marbach mit einzubinden. Dieses Biosphärengebiet auf der Schwäbischen Alb wird ein Musterbeispiel innerhalb der modernen, dicht besiedelten europäischen Regionen werden.“