?Bisherige Zahlen lassen gutes Ergebnis erwarten?

Baden-Württembergs Wirtschaftsminister Ernst Pfister erwartet für die Bilanz des Ausbildungsjahres 2008 zum Stichtag 30. September ein gutes Ergebnis bei der Zahl der neuen Ausbildungsverträge. ?Aktuell melden die Kammern einen Zuwachs von mehr als 3.000 neuen Ausbildungsverträgen im Vergleich zum Vorjahr. Zum 31.8.2008 sind im Bereich der Industrie- und Handelskammern bereits 2.700 (+7 Prozent) mehr Lehrverträge abgeschlossen, im Bereich des Handwerks wird ein Plus von 650 (+ 4 Prozent) gemeldet. ?Vor dem Hintergrund, dass wir im Vorjahr bereits ein Rekordergebnis hatten, ist diese erneute Steigerung eine tolle Leistung der Wirtschaft?, betonte Pfister heute in Stuttgart.

Mit der stärkeren Ausbildungsleistung der Wirtschaft gehe ein starker Rückgang bei den Altbewerbern einher. Die Arbeitsagenturen melden zum 31.8.2008 landesweit einen Rückgang der gemeldeten Altbewerber um mehr als 6.000 (-16 Prozent) gegenüber dem Vorjahr (von 38.200 auf 30.000).

Pfister: ?Damit haben insbesondere Hauptschulabgänger in diesem Jahr noch bessere Chancen auf einen Ausbildungsplatz.? Bereits im vergangenen Jahr haben über 30.000 Jugendliche mit Hauptschulabschluss in Baden-Württemberg eine Lehre begonnen. Demgegenüber standen rund 45.000 Jugendliche, die 2007 die Hauptschule verlassen haben.

Besonderes erfreulich sei es, dass im vergangenen Jahr die Angebote für eher praktisch begabte Jugendliche überproportional zugenommen hätten. ?Die zweijährigen Ausbildungsberufe haben 2007 um 12 Prozent zugelegt bei einem Gesamtzuwachs der Lehrstellen um 6 Prozent. Immer mehr Jugendliche gerade mit Hauptschulabschluss kämen damit in zweijährigen Ausbildungsberufen unter. Der Anteil der zweijährigen Ausbildungsberufe sei im Vergleich zum Vorjahr um einen Prozentpunkt gewachsen auf einen Anteil von nunmehr 6 Prozent an allen neu abgeschlossenen Lehrverträgen.

?Mit der Entspannung am Lehrstellenmarkt bekommen wir aber ein neues Problem?, betonte Minister Pfister. ?Die Schulabgängerzahlen gehen in den kommenden Jahren zurück. Wir gehen von einem Lehrstellenmangel zu einem Fachkräftemangel über.? Noch mehr Betriebe, die bisher nicht ausbilden, müssten deshalb für das Ausbilden gewonnen werden, damit diese ihren eigenen Fachkräftenachwuchs sichern.

Zur Unterstützung fördert das Wirtschaftsministerium Betriebe, die bisher nicht ausbilden, wenn sie im Rahmen eines Verbundes Ausbildungsplätze bereitstellen. Die Förderung der Verbundausbildung wird künftig unter dem Namen ?Azubi im Verbund ? Ausbildung teilen? auf eine attraktive, Anreiz schaffende Prämienförderung (2.000 Euro pro Verbund-Ausbildungsplatz) umgestellt.

In diesem Zusammenhang wird auch die Förderung der Übernahme von Konkurslehrlingen (?Azubi transfer ? Ausbildung fortsetzen?) auf eine Prämienförderung (1.200 Euro pro übernommenen Lehrling) umgestellt. Diese Förderung gilt künftig nicht nur für Konkursfälle, sondern auch bei Betriebsstilllegungen oder -schließungen aus Notfällen. Der Start der beiden neu gestalteten Prämien-Programme soll noch in diesem Jahr erfolgen.

Außerdem können Projekte zum externen Ausbildungsmanagement, zur Nachwuchswerbung und zur Lehrstellenwerbung aus ESF-Mitteln gefördert werden. Die einzelnen Förderaufrufe ?Azubi extern ? Ausbildung managen?, ?Azubi gesucht ? Nachwuchs gewinnen? und ?Azubi attraktiv ? Ausbildung bewerben? sollen insgesamt dazu beitragen, dass die Betriebe durch noch mehr Ausbildung für ihren Fachkräftenachwuchs sorgen. Ausschreibungsunterlagen für alle Aufrufe sind unter www.esf-bw.de im Internet abrufbar. Anträge können noch bis zum
30. September bei der L-Bank in Karlsruhe eingereicht werden.