Berroth: Baden-Württemberg braucht mehr Privatschulen

Die stellvertretende Vorsitzende der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Heiderose Berroth, sagte auf einer Landespressekonferenz in Stuttgart, die FDP betrachte die Förderung der Privatschulen als ein ureigenes Anliegen. Durch beharrliche Verhandlungsrunden mit dem CDU-Koalitionspartner sei erreicht worden, dass

· durch eine parlamentarische Initiative gesichert ist, das so genannte Bruttokostenmodell ?so bald wie möglich? einzuführen;
· die Privatschulzuschüsse in den Jahren 2005 und 2006 nicht gekürzt werden, und damit Zeit für die Formulierung einer tragfähigen Neuregelung gewonnen ist;
· ab dem Jahr 2007 in Stufen eine Anhebung des Kostendeckungsgrads aller Privatschulen auf 80 Prozent der staatlichen Schulen angestrebt wird.

Nach den Worten von Berroth ist das so genannte Bruttokostenmodell eine neue gerechtere Berechnungsgrundlage für die Höhe der Zuschüsse an Privatschulen. Diese wurde durch die gemeinsame Arbeitsgruppe der Koalitionsfraktionen und der Privatschulverbände erarbeitet.

Die FDP/DVP habe aus pädagogischen und finanzpolitischen Gründen das Ziel, eine Erhöhung des Anteils freier Schulen in Baden-Württemberg auf 20 bis 25 Prozent zu erreichen.

Berroth weiter: „Eine gänzlich andere Situation und besteht bei den Abendrealschulen, Abendgymnasien, Kollegs und Berufsoberschulen. Die Schülerschaft unterscheidet sich stark von der der übrigen Privatschulen. Auch hier geht es darum, denjenigen Menschen, die ihr Leben eigenverantwortlich und ohne weitere „Stütze“ führen wollen, eine gesunde Basis für den weiteren Lebensweg zu geben. Diese Schüler sind im üblichen Bildungssystem aus welchem Grund auch immer nicht zu der ihrer Begabung und ihren Fähigkeiten entsprechenden Ausbildung gelangt.
Der FDP-Anspruch an das Bildungswesen lautet seit Jahrzehnten: ‚Kein Abschluss ohne Anschluss.’ Der zweite Bildungsweg ist ein wichtiger Pfeiler im System der Durchlässigkeit zwischen den Bildungssystemen. Der Staat, der hier investiert, spart später Sozialaufwendungen und bekommt dafür mehr Steuereinnahmen. Ferner wird eine Resource für den viel beklagten Fachkräfte-mangel geschaffen.
Das Haushaltsstrukturgesetz ist in diesem Bereich so für mich nicht akzeptabel.“