Arnold: Mehr Musik in Kindergarten und Grundschule

Wie aus der der Antwort des Kultusministeriums auf eine parlamentarische Initiative (Drucksache 14/2711) der schulpolitischen Sprecherin der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Birgit Arnold, hervorgeht, arbeitet eine Gruppe aus Vertretern von Wissenschafts- und Kultusministerium, der Pädagogischen Hochschulen, der Seminare für Didaktik und Lehrerbildung, der Laienmusikverbände und der Musikschulen an der Ausgestaltung einer Musikgrundqualifikation. Dieser ?musikpraktische Nachweis? soll künftig für alle Studierenden mit Stufenschwerpunkt Grundschule verpflichtend werden und sie befähigen, mit ihren Schülerinnen und Schülern mehr als bisher aktiv zu singen und zu musizieren.

„Das ist eine erfreuliche Nachricht“, so Birgit Arnold. Mit Blick auf das Klassenlehrerprinzip in der Grundschule sei es dringend notwendig, in der Lehrerausbildung dem aktiven Musizieren wie der Musiktheorie und Musikdidaktik einen höheren Stellenwert einzuräumen. Da im Bildungsplan für die Grundschule der Musikunterricht sowie aktives Musizieren als Teil des Fächerverbundes „Mensch, Natur und Kultur“ bzw. als musikalisierende Elemente in andere Fächer eingebunden werden, sollten alle Lehrkräfte über eine entsprechende Qualifikation verfügen.

Auch im Kindergarten müsse noch mehr als bisher musiziert werden, so die schulpo-litische Sprecherin. „Wir wissen heute, dass bei Kindern die Lernpotentiale schon wesentlich früher ausgeprägt und formbar sind als bisher angenommen. Des Weiteren hat sich gezeigt, dass eine aktive musikalische Betätigung für den Entwicklungsprozess bis hin zur Schulreife sehr bedeutsam ist“.

Eine Reihe von Studien der jüngsten Zeit zeigten, dass sich zusätzlicher Musikunterricht und aktives Musizieren positiv auf die kognitive Entwicklung im Kindesalter auswirkten, da durch Musikunterricht grundlegende Fähigkeiten wie z.B. die Fähigkeit zum Erkennen von Sprachlauten und schriftlichen Symbolen gefördert werden. „Es kann deshalb davon ausgegangen werden, dass in erster Linie Vor- und Grund-schulkinder von aktivem Musizieren profitieren, da ihnen auf diese Weise der Zugang zum Lesen, Schreiben und Rechnen erleichtert wird“, so Arnold.

Es müssten deshalb ausreichende Kapazitäten an Studien-, Ausbildungs- und Weiterbildungsplätzen in der Elementaren Musikpädagogik bereitgestellt werden. In einem ersten Schritt könnten bei der derzeit laufenden Fortbildung der Erzieherinnen und Erzieher im Zuge der Implementierung des Orientierungsplanes für den Kindergarten die Musikschulen deutlich mehr als bisher mit ihren Fachkräften herangezogen werden.

Auch ist es aus Sicht der FDP/DVP-Landtagsfraktion dringend geboten, bei der be-vorstehenden Evaluation und Weiterentwicklung des Orientierungsplanes die außer-schulischen musikalischen Bildungsträger und Musikverbände direkt einzubeziehen. So hätten z. B. die öffentlichen Musikschulen als Vorreiter auf dem Gebiet der musikalischen Früherziehung wertvolle Erfahrungen sammeln können. Auch von dem zurzeit laufenden Modellversuch des Landesverbandes der Musikschulen „Singen-Bewegen-Sprechen unter fachlicher Anleitung im Kindergarten“ seien wertvolle und zukunftsweisende Impulse zu erwarten.

Schließlich wünscht sich die FDP-Politikerin mehr Möglichkeiten als bisher für Kinder, ein Musikinstrument kennenzulernen und gegebenenfalls auch zu spielen. „Wir schätzen sehr die bisher schon geleistete intensive Zusammenarbeit im sog. „Klassenmusizieren“ zwischen Amateurmusikvereinen bzw. Musikschulen und einzelnen Schulklassen. Aber angesichts der integrativen Wirkung des gemeinsamen Musizierens wünschen wir uns einen Ausbau dieser Zusammenarbeit. Davon profitiert nicht nur das einzelne Kind, sondern die Gesellschaft in ihrer Gesamtheit“, so Arnold.

Die FDP/DVP-Fraktion setze sich deshalb für die Einberufung eines „Musikgip-fels“ mit Vertretern der Kommunen, der Musikverbände, der Musikschulen, des Landesmusikrates und der Musikwirtschaft ein, um konkrete Maßnahmen auf den Weg zu bringen und Finanzierungsmöglichkeiten auszuloten, um das „Klassenmusizieren“ auch in Baden-Württemberg weiter auszubauen. „Zahlreiche andere Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen sind uns hier schon einen großen Schritt voraus. Von ihren Erfahrungen können wir lernen“, so Arnold.

Sehr wünschenswert ist nach den Worten von Arnold auch der weitere Ausbau des Jugendbegleiterprogramms in enger Zusammenarbeit mit den öffentlichen Musikschulen oder privaten Anbietern von Musikunterricht. Hier sollte durch eine angemessene finanzielle Ausstattung des Programms auch die Möglichkeit eröffnet werden, professionelle Lehrkräfte einzusetzen.